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"Suche nach der verlorenen Schutzhütte"

Vorwort

Als um die Mitte des 19. Jhs. Wiesbaden anfing sich einerseits zur Weltkurstadt, andererseits zum Pensionopolis zu entwickeln, wurde es notwendig, diesen Bevölkerungskreisen den Aufenthalt in der Stadt und der näheren Umgebung so angenehm wie möglich zu gestalten.
Die ins Feld führenden Wege dienten zuvor ausschließlich der Landwirtschaft, die in den Wald führenden der Forstwirtschaft. Der Salzbach floß bis 1865 noch offen durch die untere Wilhelmstraße, das Nerotal bestand von der Röderstraße an aus Wiesen und Bleichen, durch die nur ein schmaler Fußweg, aber keine Straße führte und das Dambachtal hatte überhaupt keinen Zugangsweg. Erst mit der Gründung des Wiesbadener Verschönerungsvereins im Jahre 1856 wurde das anders. Teilbereiche des Stadtwaldes wurden mit Hilfe von Baumpflanzungen, künstlichen Wasserläufen und -fällen, der Erschließung von Quellen und Felsengruppen zu einem Landschaftspark umgestaltet. Nach und nach entstanden Spazier- und Fahrwege, Ruhebänke, Schutzhütten und Aussichtstürme.
1857 entstand dann auf dem Neroberg die erste Schutzhütte des Verschönerungsvereins, der noch zahlreiche weitere folgten. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 kam die Aufbauarbeit zum Erliegen. Ab 1917 trieb "die immer höher steigende Not die Menschen dazu, die Ruhebänke und Schutzhütten als Brennholz zusammenzureißen..." In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen konnten aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Lage - Wiesbaden war von 1918 bis 1930 besetzt - kaum neue Hütten errichtet werden. Man beschränkte sich auf die Plege des Vorhandenen. Der 2. Weltkrieg (1939-45) führte wieder zu Zerstörungen und Beschädigungen. In den folgenden Jahren fand dann aber eine starke Erneuerungs- bzw. Neubauwelle mit einem "Einheitstyp" statt, der noch heute einen Großteil der Schutzhütten in Wiesbadens Wäldern stellt.
Da es sich bei den Schutzhütten um (mehr oder weniger aufwendig gestaltete) Holzbauten handelt, die jedoch bei mangelnder Pflege nur eine beschränkte Lebensdauer aufweisen, sind heute keine Hütten aus dem 19. Jahrhundert mehr im Stadtwald erhalten. Aber auch von den Hütten aus der ersten Hälfte des 20. Jhs. sind viele in den letzten Jahren verschwunden. Eine Dokumentation existierte bislang nicht. Daher hat die Gesellschaft Mattiaca im Jahr 2005 begonnen, die noch vorhandenen Schutzbauten im Stadtwald zu fotografieren bzw. deren ehemalige Standorte zu erfassen. Interessanterweise finden sich selbst in aktuellem amtlichen Kartenmaterial Schutzhütten aufgeführt, die schon seit mehreren Jahren verschwunden sind, während manch noch bestehender Bau, nicht mehr eingezeichnet ist. Bei diesen Wanderungen zeigte sich leider, daß sich zahlreiche dieser kunsthistorisch äußerst wertvollen Bauwerke in einem jämmerlichen Zustand befinden. Dasselbe gilt für das Wegenetz und die künstlichen Wasseranlagen.
Wenn es die Stadt ernst meint mit ihrer Bewerbung zur Aufnahme in die Liste "Weltkulturerbe", dann müssen auch diese Hinterlassenschaften aus der Wiesbadener Vergangenheit besser gepflegt werden.

 

Adolf-Weygandt-Hütte Adolf-Weygandt-Hütte
Alfred-Schulte Hütte Alfred Schulte-Hütte
Curt-Hoffmann-Hütte Curt-Hoffmann-Hütte
Dahlheim-Hütte Dahlheim-Hütte
Karl-Scheuermann-Hütte Karl-Scheuermann-Hütte
Luja-Hütte Luja-Hütte
Opel-Hütte Opel-Hütte
Pauline-Scholz-Hütte Pauline-Scholz-Hütte
Rudolf-Dietz-Hütte Rudolf-Dietz-Hütte
Schwenck-Herrmann-Hütte Schwenck-Herrmann-Hütte
Schwenck-Herrmann-Hütte Wilhelm-Bausch-Hütte