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Pauline-Scholz -Hütte

Lage:
Fasanerieweg, Glasberg

Baujahr:
1909

Vorgänger:
Keiner

Geschichte:
Zum Andenken an die "hochherzige Spenderin" Pauline Scholz ließ der Verschönerungs-Verein-Wiesbaden die Hütte am Fasanerieweg 1909 errichten. 1952 wurde die während des Zweiten Weltkriegs heruntergekommene Hütte vom Kur- und Verkehrsverein Wiesbaden neu hergerichtet.

Pauline Scholz Hütte

Namensgeber:
1796 heiratete der Bürger und Handelsmann Josef Scholz aus Oberschlesien Adelburg Stärk, die Tochter eines Wiesbadener Drehermeisters. Josef und Adelburg Scholz hatten sieben Kinder, sechs Söhne und eine Tochter. Deren Nachkommen bildeten in Wiesbaden einen weitverzweigten Stamm, der sich bis heute, also über 200 Jahre erhalten hat.
Dieser Familie entstammte auch Pauline Scholz. Sie lebte in Wiesbaden, wo sie 1836 oder 1838 geboren wurde. Pauline Scholz wohnte in der Dotzheimer Straße, war nicht verheiratet und starb am 22. Juni 1908 kinderlos.
Aus diesem Jahr liegt ihr Testament vor, in dem sie einer ganzen Reihe von Vereinen und Wohltätigkeitsanstalten Legate im Betrag von 7.500,- und 5.000,- Mark vermachte. So erhielt auch der Verschönerungs-Verein-Wiesbaden eine Zuwendung von 5000,- Mark zur freien Verfügung für Zwecke des Vereins.

Beschreibung:
Am Fasanerieweg, am Glasberg, in der Nähe des Klosters Klarenthal, steht eine der heute ältesten erhaltenen Wiesbadener Schutzhütten, die Pauline Scholz Hütte, 1909 erbaut. Direkt vom Wanderweg kommend, geht man über eine kleine vorgelagerte betonierte Terrasse und betritt die Hütte über zwei Steinstufen. Die Hütte ist relativ klein, die Breite beträgt 3,60 m, die Tiefe 4,40 m. Alle schmückende Bearbeitung betrifft die als Schauseite gedachte Vorderfront und die Dachzone, während die Seiten und die Rückseite einfach, fensterlos und durchgehend weiß verputzt sind. Allerdings ist die Rückseite der Hütte nicht gerade, sondern polygonal ausgeführt. Das Besondere an dieser Hütte ist, daß sie, im Vergleich zu den anderen Schutzhütten im Stadtwald von Wiesbaden, weder den Charakter eines Gebäudes im Wald betont durch Verwendung brauner Holzfarben oder schmückendem Astwerk, noch Hinweise auf ein bäuerliches Anwesen, z. B. durch Verwendung von Fachwerk, gibt. Eher erinnert die Hütte an einen Pavillon oder ein Kinderspielhaus in einem Garten, wozu auch die Verwendung heller Farben beiträgt; es wurden hauptsächlich Weiß, Hellrot, verschiedene Grautöne und Grün genommen. Dem Baujahr entsprechend - 1909 - sind hier einfache, geometrische Schmuckelemente des Jugendstils verwendet. Über einer herausgearbeiteten Sockelzone zu beiden Seiten des breiten mittigen Eingangs befinden sich schmale, durch ein rechteckiges Fenster unterteilte Wände. Diese Fenster sind umrahmt von breiten bzw. unten und oben schmalen Fenstergewänden. Durch einen darüber liegenden interessant gestalteten Abschluß wird an zwei Pfeiler mit Kapitellzone erinnert: Ein hellgraues Querrechteck in Fensterbreite wird eingerahmt von dunkleren, verschieden großen blaugrauen Flächen. Diese sind verziert mit kleinen quadratischen Auflagen in dunkler Farbe, die in Dreieckform angeordnet sind. Zum Dach führen jeweils zwei darüber aufgesetzte senkrechte, mit roten Lisenen unterteilte Bretterwände, die im unteren Abschluß ausgezackt sind und dadurch wie ein Volant wirken. In dieser Höhe wird auch der Dachvorsprung abgestützt durch schmale rote Balken. Der dahinter liegende Spitzgiebel ist mit senkrechten grünen Brettern errichtet, deren Stoßkanten durch schmale rote aufliegende Lisenen verdeckt werden. Der ganze Giebel ist umrahmt von gleichartigen roten Hölzern.

Pauline Scholz Hütte

Im Inneren ist die Dachzone ebenfalls fein und aufwendig gearbeitet. Ein doppelter Kehlbalken stützt die Dachseiten; diese Kehlbalken werden in der Mitte durch einen vom First herablaufenden Balken, der mit ihnen verzapft ist, gehalten. Die Dachinnenseiten sind, ebenso wie die Stützbalken, hellrot gestrichen, die Giebelinnenseite wiederum mit grünen, zugespitzten Planken versehen mit roten Lisenen, wie es auch an der Außenseite der Dachzone gehalten wurde; diese Assoziation eines Vorhanges gibt auch dem Inneren eine verspielte Note. Der Innenraum unterhalb der Dachzone ist einfach weiß gestrichen; eine Sockelzone ist durch ein breites Band angedeutet. Auf der dem Eingang gegenüberliegenden Fläche ist noch eine Tafel zu erkennen, die jedoch auch geweißt wurde. Eine umlaufende Bank dient der Bequemlichkeit.

Pauline Scholz Hütte innen

1952 hatte man die Hütte wieder hergerichtet. Da sie inzwischen wieder in einem schlechten Zustand war erfolgte 2009 u.a. mit Mitteln des Ortsbeirates Nordost eine Grundsanierung.
Am 20.06.2009 wurde die frisch sanierte Hütte wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Scholz Hütte 2009

 

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